Geschichte des Gemeinschaftshauses
Ende der 70er Jahre wurde mit dem Bau des Stadtgebietes Gartenholz begonnen. Mit dem Bau der Mietwohnungen durch die Baugenossenschaft „Neue Lübecker“ und der „Allianz“ zogen Anfang 1980 vermehrt Familien mit Kindern dorthin. Aus mangelnder sozialer Infrastruktur gründeten Anwohner 1981 verschiedene Projekte für Kinder und Jugendliche, die in mehreren Gemeinschaftsräumen in den Kellern der Allianz-Häuser stattfanden. Im Dezember wurde hierfür ein Sozialarbeiter durch die Stadt Ahrensburg eingestellt. Ebenso wurde der geplante Bau einer Kinder- und Jugendeinrichtung im Gartenholz bekanntgegeben. Daraufhin gründeten im Januar 1982 aktive Anwohner den Verein „Treffpunkt Gartenholz-Kremerberg e.V.“ und entwickelten Nutzungs- und Einrichtungskonzepte für das geplante Haus. Bereits am 06.09.1982 war Baubeginn. Die Stadt schloss mit dem Verein einen Nutzungsvertrag für das Haus ab und beauftragte den Sozialarbeiter mit der Leitung des Hauses. Dieses wurde am 16.06.1983 eingeweiht und die Kinder- und Jugendgruppen zogen nun in das Gemeinschaftshaus Gartenholz. Für die Vorschulkindergruppen stellte der Verein im September 1983 eine Erzieherin ein. Es wurde ein Nutzungsplan entwickelt, der allen Benutzergruppen regelmäßige Zeiten im Haus einräumte. Neben den Kinder- und Jugendgruppen wurde das Haus auch für Mutter-Kind-Gruppen, vom Verein durchgeführte Sprechstunden für Anwohner, Feste u. ä. genutzt. 1988 wurde eine zweite hauptamtliche Mitarbeiterin eingestellt. Durch die vielen Besucher wurde schnell die räumliche Enge im Haus deutlich, so dass die Stadt 1989 einen Anbau errichten ließ. Im November 1992 mietete die Stadt einen leerstehenden Laden im Gartenholz an, damit die Vormittagskindergruppen in eigene kindgerechte Räume umziehen konnten. Mit dem Bau der Kindertagesstätte am Langeneßweg im Jahr 1995 und der Eröffnung des „Kinderhaus Blauer Elefant“ 2001 wurde der Arbeitsschwerpunkt mit Kindern weitgehend aus dem Gemeinschaftshaus genommen.
Als Anfang bis Mitte der 90er Jahre immer mehr russisch-stämmige Familien nach Ahrensburg zogen, wurde der soziale Wohnungsbau im Gebiet Gartenholz verstärkt, um diesen Familien eine Wohnung zu bieten. Aus Mangel an weiteren verfügbaren Sozialbauwohnungen wurden im Gartenholz russlanddeutsche Familien geballt untergebracht. Dies führte nicht nur im Gebiet, sondern auch in der Kinder- und Jugendeinrichtung zu massiven Konflikten. Da immer mehr Kinder und Jugendliche russischstämmiger Familien das Haus besuchten und Freunde aus umliegenden Gemeinden mitbrachten, verdrängten sie die deutschstämmigen Besucher aus dem Haus. Gewalttätige Auseinandersetzungen, Diebstähle und Sachbeschädigungen am Haus waren alltäglich und trotz stärksten Bemühungen durch die dort tätigen Sozialarbeiter kaum zu verhindern. Mit dem zunehmenden Alkohol- und Drogenkonsum und der häufigen Lärmbelästigung in den späten Abendstunden kam es zu massiven Auseinandersetzungen mit den Anwohnern, die durch gemeinsame Gespräche unter Einbeziehung des Stadtjugendpflegers entschärft werden sollten. Durch die verstärkte Zusammenarbeit mit der Drogenberatungsstelle und verschiedenen Präventionsprojekten wurde dem Drogenkonsum entgegengewirkt.
Aber erst mit dem Gelingen einer gegenseitigen Vertrauensbasis wurden die verschiedenen Hilfsangebote bei Schulproblemen, Drogenkonsum, Straftaten, Berufsorientierung u.v.m. auch von den Besuchern angenommen.
Mittlerweile ist das Gemeinschaftshaus multikultureller Treffpunkt für Kinder, Jugendliche, Jungerwachsene, deren Eltern und Anwohner.